Über Regionales, Vielfalt und die Ineffizienz der modernen Agrarwirtschaft

08.06.2018

Wir haben zuletzt bei der Ausstellung „Big Picnic – Vielfalt am Teller“ mitgewirkt, bei der brisante Themen im Botanischen Garten der Universität Wien unter die Lupe genommen wurden. Bei verschiedenen Workshops und Science Cafés legten Birgit Schlag-Edler und ihr Team den Fokus auf die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung. Die Bedeutung von Regionalität, Saisonalität und Erhalt der Biodiversität, um die Vielfalt auf unseren Tellern zu gewährleisten, standen im Fokus der verschiedenen Stationen dieser interaktiven Ausstellung. Unser Science Café trug den Titel “Regionales hat immer Saison – Vielfalt vor der Haustür” und Vortragende waren DI Wolfgang Palme (Cityfarm Schönbrunn und HBLFA Schönbrunn) und wir.

Ernährungssicherung und Lebensmittelsicherheit (Food Security) sind Begriffe, die in Zeiten von rasantem Bevölkerungswachstum, Klimawandel und Landnutzungskonflikten in aller Munde sind. Nie war die Frage nach der Sicherstellung der Versorgung der Weltbevölkerung mit gesunder, nährstoffreicher und sicherer Nahrung aktueller.

 

Wir haben auch live vor Ort gekocht und während dieser Prozess im Gange war, hat DI Wolfgang Palme einige sehr interessante Sachen vorgetragen, die wir hier gerne nochmal wiederholen und darauf aufmerksam machen möchten:

 

>>> Moderne Gemüsevermarktung verläuft heutzutage fast ausschließlich über den Supermarkt. Auf den ersten Blick sieht das Gemüsesortiment sehr breit aus, genaueres Hinsehen zeigt aber: es werden ganzjährig nur 15-20 Gemüsearten angeboten. Alte Kataloge und Sortimentslisten aus dem Ende des 19. Bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts zeigen, dass damals ca. 60 weitere Gemüsearten in täglicher Verwendung standen!

 

>>> Im Handel ist viel von Regionalität die Rede. Aber: Regionalität ohne Saisonalität ist meist eine ressourcenfressende Angelegenheit. Auch in Österreich werden Tomaten im Winter beheizt und belichtet und dann als Regionalware verkauft. Der ökologische Fußabdruck ist gewaltig!

 

>>> An der Versuchsstation Zinsenhof der HBLFA Schönbrunn finden seit einigen Jahren gezielte Forschungsarbeiten zur Entwicklung ressourcenschonender, saisonaler Anbauverfahren für die heimische Gemüseproduktion statt.

 

>>> Seit 10 Jahren wird zum Thema “Wintergemüsebau” geforscht. Es geht dabei um einen völlig neuen Zugang zur Ganzjahresernte mit geringstem Energie- und Ressourceneinsatz. Im Winter lassen sich zahlreiche Frischgemüse wie Salat, Radieschen und unzählige Salatkräuter frisch ernten, ohne dass sie beheizt werden müssen. Denn viele Gemüsearten sind wesentlich frostfester, als wir es ihnen zugetraut haben. Entgegen jedem Lehrbuchwissen sind z.B. Salate bis unter -11°C frostfest. Entscheidend sind andere physikalische Parameter wie Luft- und Bodenfeuchtigkeit sowie Lichtangebot. Insofern sind so manche Gemüseanbaugebiete, die im Sommer produktiv sind, für den Winter ungeeignet. In einem bundesweiten Forschungsprojekt gemeinsam mit dem Verband BioAustria zeigte sich, dass in Salzburg wesentlich erfolgreicher im Winter Frischgemüse geerntet werden kann als z.B. Im Marchfeld. Eine umfassende Vermittlung des Wintergemüsebaus ist im Buch von DI Palme „Frisches Gemüse im Winter ernten“ zu lesen. 

 

>>> Die moderne Agrarindustrie arbeitet wesentlich weniger effizient, als sie den Eindruck erweckt. Zwar ist der Output beeindruckend, aber der Mitteleinsatz ist unverantwortlich hoch! Input und Output stehen in keinem ökologisch sinnvollen, nachhaltigen Verhältnis, wie die Forschungsarbeiten von F. Krausmann hier zeigen (2004):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Filet-Baconbomb vom Weber PULSE 2000

Rindsbouillon mit Frittaten

Ente mit Birnen-Rotkraut und Erdäpfelknödel vom Weber PULSE 2000

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blickt doch mal über den tellerrand:

Wir, das sind Marlene und Thomas. Das sind 11 Jahre Kommunikationsexpertise und über 20 Jahre Kochkunst. Zwei Dinge, die sich ideal zu einem Blog vereinen lassen - weshalb wir auch auf diese Idee gekommen sind und dieses spannende Projekt gestartet haben.

 

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