Wir, das sind Marlene und Thomas. Das sind 11 Jahre Kommunikationsexpertise und über 20 Jahre Kochkunst. Zwei Dinge, die sich ideal zu einem Blog vereinen lassen - weshalb wir auch auf diese Idee gekommen sind und dieses spannende Projekt gestartet haben.

 

Weiterlesen

About
  • Grey Facebook Icon
  • Grey Instagram Icon
  • Grey YouTube Icon
Nach Tags suchen
Wien, Österreich
kuechenrowdy@gmail.com
Copyright © 2017 Küchen Rowdy. Alle Inhalte dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt.
Mehr anzeigen

Colours of Life: Vielfalt statt Einfalt am Teller #maximaCOMEPASS

26.11.2017

Die Einreichfrist des Bloggerawards maxima COMEPASS 2018 rückt immer näher! Das Thema ist „Colours of Life“ und mit einer reinen Anmeldung ist es nicht getan, die Aufgabe besteht auch darin, es in einem Post kreativ zu verarbeiten. Ich finde dies gut und hier kommt auch schon meine Idee dazu. Da unser Blog einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und es rein mit netten Foodbildern für uns nicht getan ist, war klar, dass unser Beitrag kein Rezept zu einem coolen, bunten Gericht wird, sondern ein anderes, noch viel wichtigeres Thema behandelt!

 

Paradeiser müssen nicht immer rund und rot sein und auch Erdäpfel gibt es in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, Farben und Formen. Alte Sorten setzen sich langsam wieder am Markt durch, nachdem sie zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten und vom EU-Norm-Wahnsinn verdrängt worden sind. Der Grund: Raritäten und (alte) Sorten schmecken einfach viel besser!

 

Auch wir haben heuer acht verschiedene Paradeisersorten in einem eigenen Hochbeet angepflanzt. Darunter Raritäten wie der “Reiseparadeiser”, der “Schwarze Matrose”, das “Weiße Ochsenherz” oder die “Adama Orange”. Sorten, die die meisten Menschen nie zu Gesicht, geschweige denn auf den Teller bekommen. Diese Sortenvielfalt unterscheidet sich gänzlich vom allgegenwärtigen Rot der in konventionellen (also industriellen) Landwirtschaft erzeugten Paradeiser. Sowohl im Aussehen, im Geschmack und natürlich auch in den Möglichkeiten der Zubereitungsart.

 

Auch Gurken müssen nicht immer kerzengerade und furchtbar wässrig sein, Chili gibt es in unzähligen Variationen und Kürbisse schillern in allen Farben und Formen. Multikulti im Beet bringt wirklich intensiven und abwechslungsreichen Geschmack sowie oft außergewöhnliches Aussehen! Kinder, die nur das übliche Supermarktangebot gewohnt sind, erkennen die alten Gemüsesorten oft nicht einmal und können gar nicht glauben, “dass so ein Paradeiser aussieht” - haben wir selbst schon erlebt.

 

Blumen, Kräuter und Gemüse ergänzen und unterstützen einander beim Wachsen, wohingegen Monokulturen auf Dauer oft negative Auswirkungen haben. Hier wird, im Gegensatz zur Mischkultur, jedes Jahr wieder die gleiche Pflanzenart angebaut. Für den Boden stellt dies eine einseitige Belastung dar. Er wird durch das Fehlen einer Fruchtfolge ausgelaugt, es kommt zu einem Mineralienmangel, was vermehrte Düngergaben erforderlich macht. Der Boden einer Monokultur ist anfälliger gegenüber Witterungseinflüssen wie Regen, Wind oder Hagel. Die Lebensräume natürlicher Fressfeinde werden zerstört und es treten vermehrt Schädlinge und Krankheitserreger auf, die einen zusätzlichen Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln erfordern - Missernten treten dadurch häufiger auf. Zudem kann es durch den vermehrten Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln zu Resistenzen gegenüber diesen Mitteln kommen, was deren Wirkung mindert oder vollständig ausbleiben lässt.

 

Im Gegensatz dazu bringt es viele Vorteile, wenn man Verschiedenstes und alte Sorten neben- und miteinander wachsen lässt. Damit wird nicht nur möglichen Schädlingen das Leben schwerer gemacht, auch die Nährstoffe aus dem Boden werden besser genutzt. Nächstes Jahr möchten wir uns zusätzlich zu unseren Hochbeeten und Fensterkisterln auch eine Selbsternteparzelle (hier gibt es mehrere Anbieter in und um Wien!) mieten und schauen, was sich damit erreichen lässt - natürlich wie immer hauptsächlich mit Raritäten und rein biologisch! :)

 

Die EU-Saatgutverordnung, die auch die Verfügbarkeit alter Sorten drastisch eingeschränkt hätte, war vorerst abgewendet. Am 25. Februar 2015 hat die EU-Kommission sie zurückgezogen. Damit war der Entwurf auch formell Geschichte. Die Kommission hatte jetzt die historische Chance, die Reform von Neuem zu starten und die Saatgutgesetze zukunftstauglich zu machen. Unter anderem setzt sich auch die ARCHE NOAH dafür ein, dass in einer neuen Fassung alte Sorten und Raritäten einen gleichberechtigten Zugang zum Markt bekommen, ohne Beschränkungen auf Nischen und kleine Packungen. Die Weiterführung der Reform bot eine historische Chance, um die Saatgutgesetze fit für unsere Zukunft zu machen. Denn: VIELFALT MUSS MAINSTREAM WERDEN!

 

Nun befindet sich die neue EU-Bio-Verordnung auf der Zielgeraden - die EU-Regierungen stimmten vor genau einer Woche darüber ab. Ob eine qualifizierte Mehrheit für die Verordnung gefunden werden konnte, ist noch unsicher, doch die Stimme Österreichs könnte den Ausschlag gegeben haben!

 

Warum wir eigentlich immer Paradeiser statt Tomate sagen? Wahrscheinlich am ehesten, um dieses Wort am Leben zu erhalten. So wie man es auch mit der Hundertschaft an Sorten tun sollte, die alleine der Paradeiser bietet...

 

Fun Fact: Sie sind übrigens ein "Mittelding" zwischen Obst und Gemüse!

 

Wir lieben sie so sehr, dass wir ihnen gleich einen eigenen Beitrag gewidmet haben (hier) und sogar Eis daraus produziert haben (hier). 

 

Auf Facebook teilen
Please reload

Filet-Baconbomb vom Weber PULSE 2000

Rindsbouillon mit Frittaten

Ente mit Birnen-Rotkraut und Erdäpfelknödel vom Weber PULSE 2000

1/10
Please reload

blickt doch mal über den tellerrand: