Wir, das sind Marlene und Thomas. Das sind 11 Jahre Kommunikationsexpertise und über 20 Jahre Kochkunst. Zwei Dinge, die sich ideal zu einem Blog vereinen lassen - weshalb wir auch auf diese Idee gekommen sind und dieses spannende Projekt gestartet haben.

 

Weiterlesen

About
  • Grey Facebook Icon
  • Grey Instagram Icon
  • Grey YouTube Icon
Nach Tags suchen
Wien, Österreich
kuechenrowdy@gmail.com
Copyright © 2017 Küchen Rowdy. Alle Inhalte dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt.
Mehr anzeigen

Einkaufen im Kapitalismus des 21. Jahrhunderts - ein Hindernislauf

11.09.2017

Einkaufen als auch Essen haben früher Spaß gemacht – früher, als die Landwirtschaft noch nicht so abartig industrialisiert gewesen ist und früher, als man selber vielleicht noch nicht über das Wissen verfügt hat wie heute. Heutzutage ist Einkaufen zu einer Art Hindernislauf geworden, zumindest für informierte Leute mit Moral. Wie bei allem gilt auch hier das Motto „Selig sind die geistig Armen“ – doch auch wenn es teilweise sicher angenehm wäre, wollen wir das bleiben? Ich glaube nicht!

 

Heutzutage muss sich der aufgeklärte Konsument vor jeder Mahlzeit einen Kopf machen – bzw. tut er es gerne, trotzdem ist es ziemliche Arbeit. Woher stammen meine Lebensmittel und unter welchen Umständen wurden sie produziert? Wer musste dafür leiden oder welche Schäden verursache ich dadurch im Herkunftsland. Dass tierische Produkte oft problematisch sind, ist mittlerweile den meisten Leuten bekannt. Sie werden zusammengepfercht, mit Antibiotika vollgepumpt (in der industriellen Nutztierhaltung wird, wenn eines erkrankt, oft prophylaktisch der ganze Stall gleich mitbehandelt), manchen brechen aufgrund der starken Gewichtszunahme die Beine, da das Skelett entwicklungstechnisch nicht mehr mitkommt. Einige bekannte Filme oder Dokumentationen sind schwer anzusehen, dennoch ist es wichtig sich zu informieren um zu wissen, auf was man beim Einkauf achten muss.

 

Doch der Hindernislauf endet nicht mit den tierischen Produkten, er betrifft auch sämtliche Waren aus dem Ausland. Woher stammt der Kaffee, ist er fairtrade, werden dafür keine Bauern ausgebeutet oder schaden riesige Monokulturen der Biodiversität vor Ort? Werden für die zurzeit so trendigen Avocados eh keine illegalen Abholzungen vorgenommen um Platz für ihre Felder zu schaffen und fehlt den ortsansässigen Menschen das Wasser, das ihr Wachstum verschlingt? Und auch Veganer sollten sich die Frage stellen, woher stammt mein Soja? Auch aus einer riesigen Monokultur für die Hektar an Regenwald abgeholzt wurden?

 

Es gibt also wenige Produkte im Supermarkt, bei denen sich nicht unweigerlich die Frage nach etwaigen Problemen aufdrängt. Und jeder isst gerne mal etwas davon – auf den morgendlichen Kaffee würden wohl nur wenige verzichten, und wenn schon nicht auf Fleisch, dann ungern auf eine Avocado oder natürlich die liebe Schokolade. Da geht es uns nicht anders. Was ist aber die Lösung, wie schaffen wir es, dem Genuss ohne Gewissensbisse zu frönen?

 

Wir können euch hier nur einen Weg aufzeigen, den wir eingeschlagen haben – bewusst auch ohne den Verzicht auf Fleisch. Wer möglichst regional und saisonal kauft, geht 90% dieser Probleme aus dem Weg und ist auch näher am Lebensmittel dran. Zuletzt hat uns jemand erzählt, ein Kind hätte auf die Frage, woher die Milch käme, mit „aus dem Supermarktregal“ geantwortet – dieses Kind hat sich auf bereits erschreckende Weise stark vom Lebensmittel und seinem Ursprung entfernt. Wer sein Fleisch bei (im Idealfall biologischen) Kleinstproduzenten kauft und den Hof am besten auch noch selber sieht, weiß, was er kauft und kann sich direkt selber überzeugen, wie die Haltung ist. Das sagt zwar noch nichts über die Schlachtung aus, aber Kleinbauern schlachten oft in der Region, wo die Tiere keine langen Wege in Kauf nehmen müssen. Und auch als Großstädter lässt sich das einrichten, denn jede Wanderung, die man hin und wieder einmal unternimmt, kann mit einem Besuch/Einkauf am Bauernhof verbunden werden. So machen wir es jedenfalls oft.

 

Dasselbe gilt natürlich auch für Gemüse und Obst. Kauft sie nicht aus dem Ausland, wenn es österreichische Alternativen dazu gibt. Das schmeckt meistens besser (vieles aus dem Ausland wird unreif gepflückt, damit es den Weg über noch etwas reift) und schadet dem Klima durch kürzere Transportwege nicht so. Generell möchte man doch lieber kleinere bis mittlere Produzenten aus dem Heimat unterstützen, statt riesige Firmen (manchmal stehen Aktiengesellschaften dahinter – kein Wunder also, dass die nur auf Profit und Gewinnsteigerung aus sind) und Monokulturen aus dem Ausland. Es werden euch nicht nur die Erzeuger, die Umwelt und die Tiere danken, sondern auch euer eigener Körper. Denn du bist, was du isst – der Spruch nervt, aber er stimmt!

 

Bitte denkt jetzt nicht, dass wir euch alles komplett verbieten wollen. Aber kauft alles nur in Maßen, gestaltet euren Ernährungsplan abwechslungsreich und geht doch beim Einkaufen mit offenen Augen durch den Supermarkt – kauft vielleicht auch nicht immer dort ein, sondern auch einmal auf einem echten Markt oder beim Bauern direkt. Und möglichst saisonal, regional und biologisch. Obwohl das mit den Gütesiegeln ja auch so eine Thematik ist, aber dazu ein andermal.

 

Wir leben doch in einer absurden Welt, in der Getreide extra verbrannt wird, um den Weltmarktpreis oben zu halten. Einer Welt, in der ein Land wie Afrika mit derart günstigen Hühnerfleischresten aus Europa überschwemmt wird, dass die ortsansässigen Geflügelbauern ruiniert werden. Der Kapitalismus ist die Geißel unserer heutigen Zeit, sinnbildlich wie bei „Der Herr der Ringe“: Ein System, sie alle zu knechten…

Auf Facebook teilen
Please reload

Filet-Baconbomb vom Weber PULSE 2000

Rindsbouillon mit Frittaten

Ente mit Birnen-Rotkraut und Erdäpfelknödel vom Weber PULSE 2000

1/10
Please reload

blickt doch mal über den tellerrand: